Über mich – oder warum mir Feminismus so wichtig ist.

Länger als eine Dekade warnen Politikwissenschaftler*innen, Historiker*innen, Journalist*innen vor einem antifeministischen Backlash. In der öffentlichen Wahrnehmung hingegen manifestierte sich die Auffassung ein „Feminismus“ sei nicht mehr nötig.

Als Kind der späten 80er Jahre wuchs ich behütet im Sauerland auf. Ein kleines Dorf, ich war mit 11 Jahren Schützenkönigin geworden, weil ich den Vogel abgeworfen hatte und nahm mir einen König bei Seite. Und durch die häufige Wiederholung des Narratives „Mädchen seien besser in der Schule“ und „Jungs würden sich schnell abgehängt fühlen“ wuchs ich in dem Glauben auf, es gäbe keine Benachteiligung von Mädchen. Und überhaupt, wie Alexandra Zykunov im Jahr 2022 in ihrem wunderbaren Buch schrieb, dachte ich „wir sind doch alle längst gleichberechtigt.“

Gleichberechtigung?!

Bis, ja bis mein persönlicher Schlüsselmoment kam. Zugegebener Weise sehr spät, im Jahr 2012. Ich war 24 Jahre alt. Freute mich auf mein erstes Kind, welches ich planvoll in die Zeit zwischen Bachelor und Master gelegt hatte. Damals hatte ich gedacht, wenn ich einmal einen Job in meinem Orchideenfach haben sollte, wäre eine Babypause nicht sehr hilfreich. Allein dieser Gedanke hätte bereits zu einer tieferen Erkenntnis führen sollen. Leider kam diese erst, als mein Babybauch bereits sichtbar war, ich stolz die Kugel durch die Uni trug und eine Dozentin mich fragte, ob ich meine Karriere schon vorzeitig beenden will…

Eine späte Erkenntnis…

Ein Schock, eine sehr späte Erkenntnis und mein Weg hin zum Feminismus. So stand ich da nun – mit 24 Jahren und es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ich war nie gleichberechtigt gewesen, ich hatte nie die selbe Chance gehabt. Und kaum eine Frau in meiner Umgebung lebte tatsächlich in einer gleichberechtigten Beziehung. Ich nahm mir die feministische Literatur, arbeitete mich in Gender-Studies ein, ging zu Fachveranstaltungen im Bereich der feministischen Archäologie. Aber so richtig aktiv wurde ich erst vor 5 Jahren. Der Rechtsruck, die Klimakrise und die Tatsache, dass alle, die keine Cis-hetero-Männer sind, massiv mehr unter den Krisen unserer Zeit leiden, machten mich endgültig laut.

Meine berufliche Laufbahn?

Ich habe Ur- und Frühgeschichte, Klassische und frühchristliche Archäologie, Geschichte und Lateinische Philologie an der Universität Münster studiert und einen Master in Ur- und Frühgeschichte. Seit meinem Studium habe ich an Ausgrabungen teilgenommen und bin noch während meines Studiums eingestiegen in eine archäologische Fachfirma. Meinen Masterabschluss in Ur- und Frühgeschichtlicher Archäologie machte ich parallel zu meiner Vollzeitstelle als Archäologin.

Seit 2021 habe ich meinen beruflichen Schwerpunkt in die Politik verlegt und arbeite im Herzen unserer Demokratie für eine Abgeordnete.

Seit Oktober 2023 bin ich Vorstandsmitglied des FrauenRat NRW, in welchem ich die LAG Frauen von Bündnis 90/Die Grünen NRW vertrete. Als Speakerin, Aktivistin und ehrenamtliche Politikerin setze ich mich für eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft ein.

This is me…

Was mich bewegt…?


Geschichtsbilder prägen unser Verständnis der Vergangenheit, sind aber ebenso eine Erklärung für die Gegenwart und zeichnen ein bestimmtes Bild unserer Zukunft. Wie wir die Vergangenheit sehen, was romantisiert wird und was wir kritisch betrachten, prägt unser gesellschaftliches Verständnis. Und auch wenn wir uns „für Geschichte nicht interessieren“, so kommen wir einfach nicht an ihr vorbei.

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